Saubere, einheimische Energie aus Wasserkraft des Murgtals.
- Eigene Stromproduktion aus Wasserkraft
- Elektrizitätsversorgung der Südseite des Walensees in den Gemeinde Obstalden, Mühlehorn, Quarten (Murg, Quinten, Unterterzen, Oberterzen, Mols) und im Flumserberg
- Wasserversorgung in Murg
Die gesamte Stromproduktion des EW Murg wird aus einheimischer Wasserkraft des Murgtales gewonnen, vom Murgsee auf 1820m, bis zum Walensee auf 420m.
In den 3 Zentralen Merlen, Plätz und Gödis stehen insgesamt 3 Francis und 2 Pelton Turbinen mit einer Gesamtleitung von rund 9200kW.
- sauber
- effizient
- erneuerbar
- dezentral
- einheimisch
Das EW Murg ist für eine sichere Stromversorgung Tag und Nacht besorgt. Mit unseren motivierten Mitarbeitern und unter Einsatz moderner, bewährter Technik, stellen wir auch unter extremen Umweltbedingungen die Stromversorgung für unsere Abonnenten sicher.
Die Energieproduktion des EW Murg beträgt ca. 42 Mio kWh pro Jahr. In den 2 Ausgleichsbecken Merlen und Plätz können 37'000m3 Wasser zur Spitzenenergieproduktion gespeichert werden.
Für die Verteilung der Energie zu unseren 2400 Abonnenten sind 140km Leitungen mit 35 Trafostationen erstellt.
Insgesamt haben 12 Personen im EW Murg eine Arbeitsstelle.
Die eigentliche Geburtsstunde des Elektrizitätswerkes in Murg kann auf das Jahr 1893 zurückgeführt werden.
Damals interessierte sich ein Industrieunternehmer aus dem benachbarten Mühlehorn um das Recht zur Nutzung der Wasserkräfte im Murgtal. Bereits wenig später kamen zwei Interessenten aus Murg, die Spinnerei Blumer und die damals grösste Sägerei der Schweiz, die Firma Bosshardt, dazu.
Gedrängt durch diese „fremden“ Interessenten mussten sich auch die Bürger von Murg mit der Nutzung der Wasserkraft im Murgtal auseinandersetzen. Nach jahrelangen Abklärungen in Murg selbst, aber auch mit den kantonalen Stellen und den Mitinteressenten, sprach der Regierungsrat des Kantons St.Gallen am 31. Dezember 1906 der Ortsgemeinde Murg das Recht zur Wassernutzung zu.
Damit war der Grundstein für das erste Werk gelegt, welches am 29. November 1909 seinen Betrieb aufnahm.
Bei einer Bauzeit von nur 8 Monaten wurden damals rund Fr. 370'000.- investiert.
Die installierte Maschinenleistung betrug 2 x 260 kW.
Die bis dahin weitgehend unbekannte Elektrizität wurde von verschiedenen Haushalten in Murg sowie in den Gemeinden Quarten und Mühlehorn und von Industrieunternehmen in Murg und Unterterzen abgenommen.
Eine rasante Entwicklung des Bedarfes an Elektrizität war die Folge, welche schon im Jahr 1925 zum ersten Ausbau der Anlage führte.
Im Kraftwerk Gödis wurde eine dritte Maschinengruppe mit einer Leistung von 420 kW eingebaut.
Praktisch zur selben Zeit wurde zusammen mit der Spinnerei Murg der Naturspeicher Murgsee um rund 3.3 m aufgestaut, und ein künstlicher Auslass 4 m unter den natürlichen Spiegel erstellt. Mit dieser 1.2 Mio m³ fassenden Stauanlage konnte in der Folge, und bis heute unverändert, eine teilweise Verschiebung des Abflusses auf das Winterhalbjahr erreicht werden.
Im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Beschäftigungskrise in den Vorkriegsjahren wurde unsere Kraftwerkanlage im Jahr 1935 durch die Stufe Merlen – Plätz (526 kW) erweitert. Mit dieser zusätzlichen Nutzung konnte die Leistungsfähigkeit der Anlage bedeutend erhöht werden. Mit dem Neubau der Anlage Bachlaui-Merlen im Jahr 1950, sowie dem Ausbau der Stufe Merlen-Plätz II im Jahr 1959 (parallel zu Plätz I 1936), wurde die Anlage auf den heutigen Umfang erweitert, bzw. einmal mehr der steigenden Nachfrage nach Elektrizität angepasst.
Im Zusammenhang mit dem Ablauf der ersten Konzession der Stufe Plätz-Gödis im Jahr 1979 wurden umfangreiche Studien über die weitere Nutzung der Wasserkräfte im Murgtal angestellt. Die rentabelste Studie beinhaltete die Erstellung eines komplett neuen Kraftwerkes.
Auf Grund der vorhandenen Anlagen und mit Rücksicht auf die Interessen des Landschaftschutzes wurden diese Varianten jedoch verworfen und die Sanierung bzw. der Ausbau der bestehenden Werke bevorzugt.
Die Anlage Plätz-Gödis wurde in den Jahren 1980 und 1990 von ursprünglich 940 kW auf 2'800 kW, bei praktisch unveränderter Auslegung ausgebaut.
Bei der Stufe Merlen-Plätz wurde in den Jahren 1991 bis 1993 ein neues Speicherbecken in Merlen, eine neue Druckleitung und eine neue Maschinengruppe erstellt. Dadurch konnte die bisherige Leistung dieser Stufe von rund 2'600 kW auf rund 6'200 kW gesteigert werden. Diese beiden Stufen sind für einen weiteren Betrieb in den nächsten 50 Jahren bestens gerüstet. Die Stufe Bachlaui Merlen wird in den nächsten Jahren ebenfalls saniert bzw. ausgebaut werden müssen.
Die mittlere Jahresproduktion in unseren Werken im Murgtal beträgt heute bei einer maximal möglichen Leistung von rund 9'200 kW jährlich rund 42 Mio kWh.
Die erzeugte Energie wird in den Gemeinden Quarten, Mühlehorn und Obstalden sowie am Flumserberg abgesetzt. Die naturgemäss im Sommer grosszügig anfallende Energieproduktion kann nicht vollständig verwertet werden. Deshalb wird über die St. Gallisch Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) ein Energieaustausch (Bezug im Winter, Abgabe im Sommer) betrieben.
Zusammen mit den SAK konnten im Jahr 1996 die Kraftwerkanlagen der ehemaligen Cement- und Kalkfabrik in Unterterzen übernommen werden. Die dort jährlich produzierte Energiemenge von rund 12.6 Mio kWh wird je zur Hälfte vom EW Murg und von den SAK übernommen.
Seit mitte der 50-er Jahre verzichtet das Elektrizitätswerk Murg auf die Führung einer Installationsabteilung und beschränkt sich allein auf die Stromerzeugung und -verteilung. Das Werk bietet über Jahrzehnte hinweg praktisch gleichbleibend 12 Personen ein sicheres Einkommen.
Zusammen mit den übrigen Betrieben der Ortsgemeinde (Wasserversorgung, Forstwirtschaft, Alpen, Strassen und Plätze, Wohnliegenschaften) beschäftigt die Ortsgemeinde 18 Voll- und einige Nebenerwerbstätige. Die Ortsgemeinde Murg mit ihren Betrieben, speziell dem EW, ist damit in der kleinen Gemeinde Murg mit seinen rund 700 Einwohnern ein wichtiger Arbeitgeber. Die politische Gemeinde Quarten schliesslich, zu welcher die Fraktion Murg zählt, profitiert ihrerseits von den Wasserzinsabgaben von mehr als 400'000 Franken, welche das EW Murg dem Kanton abzuliefern hat.
Das Elektrizitätswerk, dessen oberstes Gremium der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde bildet, weist eine gute Selbstfinanzierung aus und darf heute als ein gesundes Unternehmen betrachtet werden, das seine finanziellen Verpflichtungen vollumfänglich erfüllen kann.
Im Zusammenhang mit der Stromliberalisierung steht aber auch das EW Murg an der Schwelle in eine recht ungewisse Zukunft. Die auf europäischer Basis angestrebte Öffnung des Strommarktes wird auch hier in Murg einige Veränderungen mit sich bringen. Einerseits müssen aufgrund des nationalen und internationalen Preisdruckes die Kosten in unseren Produktionsanlagen optimiert werden um am Markt bestehen zu können. Andererseits bedarf es besonderer Bemühungen, die bisherige treue Kundschaft wenn immer möglich zu behalten, was ebenfalls nur mit attraktiven Tarifbedingungen möglich erscheint.
Auch wenn im Zuge der Marktöffnung die Kräfte der Elektrizitätswirtschaft zusammengeführt werden müssen, bleibt es unser Ziel, unsere Eigenständigkeit zu behalten. Wir glauben nach wie vor an eine Zukunft der Wasserkraft, denn der Strom aus Wasserkraft ist:
- sauber
- effizient
- erneuerbar
- dezentral
- einheimisch